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Kompost anlegen – richtig kompostieren – Komposthaufen

Kompostieren- Ist der Boden nach einiger Zeit ausgelaugt, müssen ihm wieder Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden. Dies kann in Form von Kompostzugaben geschehen. Verrottetes, organisches Material enthält nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern hilft auch, die Bodenstruktur zu verbessern. Trockene, sandige oder lehmige Böden können durch eine Humusanreicherung wieder mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Aufbringen kann man den reifen Kompost sowohl im Frühjahr als auch im Herbst als Mulchdecke. Gewöhnlich reicht eine Schicht von ca. 1cm vollkommen aus. Für die Aussaat ist Komposterde jedoch nicht geeignet. Da sie sehr nährstoffreich ist und auch als Bodendünger genutzt wird, würden die zarten Wurzeln richtiggehend “verbrannt”. Komposthaufen müssen direkt auf den gewachsenen Boden aufgebracht werden, damit Mikroorganismen, die für den Verrottungsvorgang nötig sind, eindringen können. Außerdem können Flüssigkeiten ablaufen.

Der richtige Platz für die Kompostierung:

Wichtig für den Rotteprozess sind auch Feuchtigkeit und Temperatur. Daher sollte der Kompostplatz nicht in der vollen Sonne liegen, denn da trocknet er zu sehr aus und die Temperaturschwankungen können sehr hoch sein. Auch ständiger kalter Schatten behindert den Prozess. Folglich ist der ideale Ort ein halbschattiger (z.B. unter Bäumen oder Hecken) und windgeschützer Platz.

Kompostbehälter

Es gibt viele Möglichkeiten, den Kompost aufzusetzen. Die Palette reicht von einfachen Mieten ohne Behälter bis zu teuren Thermokompostern.

Die billigste Art und Weise ist sicherlich die Miete, also die Aufschüttung eines Haufens. Eine einfache Einfassung, z.B. aus Holz hilft Platz zu sparen und man kann höher auffüllen. Wenn die Miete fertig befüllt ist (und vielleicht auch öfter umgesetzt wurde um die Rotte zu beschleunigen), sollte sie abgedeckt werden, mit Stroh, Grasschnitt um die Austrocknung zu verhindern oder Vlies gegen Durchnässung.

Daneben gibt es Kompostbehälter aus Holzlatten oder Drahtgitter. Beide sorgen für eine gute Durchlüftung und sind leicht zu zerlegen, wenn man den Kompost umsetzen will.

Schnellkomposter oder Thermokomposter bieten den Vorteil, dass die Rotte relativ schnell vor sich geht, wie der Name schon sagt. Allerdings tritt in solchen Kompostsilos mangels guter Belüftung auch leicht Fäulnis auf, besonders wenn viel feuchte Küchenabfälle eingefüllt werden. Man muss also sehr auf die richtige Materialmischung achten. Auf der anderen Seite kann kein natürlicher Niederschlag hineingelangen. Ist sehr viel trockenes Material in dem Behälter, muss man notfalls gießen. Ein weiterer Vorteil dieser Behälter ist, dass hier Ratten, Mäuse oder Katzen nicht an den Kompost rankommen.

Grundsätzlich gilt: Man braucht mindestens zwei Behälter. Einen für den Verrottungsprozess (dafür muss der Kompost ruhen) und einen Behälter, in den man die frischen Materialien einfüllt.

Kompostmaterial

Grundsätzlich sind fast alle organischen Abfälle aus Küche und Garten geeignet, sofern sie nicht chemisch belastet sind, also Gemüse, Tee-/Kaffeesatz, Obst, Eierschalen oder Rasenschnitt, Heckenschnitt, Laub usw. Am besten wird alles zerkleinert, bevor man es zum Kompostieren gibt, denn dann geht der Verrottungsvorgang schneller und besser vonstatten.

Nicht geeignet sind auf jeden Fall Fleisch (lockt Ratten an), Knochen, chemisch behandelte Obstschalen, samentragende Kräuter, kranke Pflanzenteile.

Wichtig: Größere Teile, egal ob Obst, Eierschalen oder Pflanzen zerkleinern. Größere Mengen an Rasenschnitt erst antrocknen lassen, damit er nicht zu faulen anfängt.

Kompostaufbau und Pflege

Als unterste Lage füllt man eine bis zu 20cm dicke Schicht an groben Material, z.B. kleine Zweige ein. Darauf kommen dann die Garten- oder Küchenabfälle. Man muss darauf achten, dass feuchte Materialien wie Küchenabfälle oder Grasschnitt gut mit trockeneren (Zweige, Stroh) gemischt werden, um für eine gute Durchlüftung zu sorgen und Fäulnis zu verhindern.

Als Starthilfe kann man zwischendurch einige Lagen reifen Kompostes geben, damit die darin enthaltenen Mikroorganismen schneller in den Kompost eindringen können. Das ist aber nicht unbedingt nötig. Es gibt im Handel auch Rotteförderer wie Gesteinsmehl oder Kalk, wenn man den Kompost noch zusätzlich mit Spurenelementen anreichern will.

Dann füllt man die Abfälle ein bis der Behälter voll ist. Dann sollte er z.B. mit Gartenerde abgedeckt werden, damit der Verrottungsvorgang vor sich gehen kann. Nach etwa 3-4 Monaten ist er bereits Rohkompost, der schon viel Nährstoffe enthält. Man kann ihn jetzt entweder schon verwenden oder eventuell umsetzen und weiter reifen lassen. Fertig ist der Kompost nach etwa einem Jahr. Wenn man den Komposthaufen umsetzt, sorgt das für eine bessere Durchlüftung und bringt auch einen Temperaturausgleich zwischen dem wärmeren Inneren und dem kühleren Äußeren.

Ansonsten sollte man darauf achten, dass der Kompost gleichmäßig feucht ist, denn nur dann verrottet das Material. Ist er zu trocken (oder im Winter) findet keine Rotte statt. Bei langanhaltendem Regen sollte der Komposthaufen jedoch abgedeckt werden, sonst wird er zu nass.

Problemfälle beim kompostieren

Der Komposthaufen stinkt: Die Ursache hierfür ist stauende Nässe. Am besten setzen Sie den Haufen um und durchmischen ihn mit trockenem, groben Material. Vergessen Sie nicht, als unterste Schicht kleine Äste oder ähnliches zu verwenden.

Das Material verrottet nicht: Meist ist der Kompost zu trocken. Mischen Sie also feuchte Materialien unter und gießen Sie den Haufen.

Am Kompostbehälter sind viele Fliegen: Decken Sie ihn mit einer Lage Gartenerde ab.

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